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Die Studie

Mindestens 3677 Kinder und Jugendliche wurden Opfer von sexuellem Missbrauch durch die katholische Kirche. Dies entspricht 37 vollen Schulbussen.

Dabei können mindestens 1670 der Kleriker als Missbrauchstäter identifiziert werden. So kann laut Studie mindestens 4,4% aller Klerikern, also ca. jedem 20sten der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs vorgeworfen werden.

In manchen Diözesen liegt dieser Anteil sogar bei über 8%. Dort wurde also mindestens jeder 13te Kleriker beschuldigt.

Bei der Strafverfolgung hielt sich die katholische Kirche einheitlich deutlich zurück und vertuschte im großen Stil.

Nur gegen knapp 38% der Beschuldigten wurde intern Strafanzeige gestellt. Die weltliche Justiz wurde sogar nur in 7,3% der Fälle eingeschaltet, also gerade mal in 122 Fällen.

Von den Beschuldigten wurden lediglich 41 von 1670 Beschuldigten aus dem Klerikerstand entlassen und 88 Beschuldigte exkommuniziert. Der deutlich größere Teil von 1548 Kleriker war von diesen Maßnahmen nicht betroffen. Prozentual wurden also gerade mal 7,8% aller Beschuldigten mit drastischen Maßnahmen belegt.

„Nur 7,8 % der Beschuldigten erhielten drastische Maßnahmen. Auch die weltliche Justiz wurde in weniger als jedem 10 Fall eingeschaltet.“

Außergewöhnlich besorgniserregend ist der Umgang mit den Tätern.

So wurden in mehreren Fällen die Täter in eine neue Diözese versetzt, ohne die neue Diözese über den Versetzungsgrund zu informieren. Die Täter wurden dort erneut mit hochsensiblen Aufgaben betraut.

Dadurch wurden erneute Missbrauchsvorfälle von bereits bekannten Tätern nicht verhindert, sondern sogar ermöglicht.

Den potentiellen Opfern in den neuen Diözesen wurde dabei scheinbar kein Gedanke gewidmet.

(Quelle)

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Kritik an Missbrauchsstudie

Die Studie genüge kaum wissenschaftlichen Ansprüchen, bemängeln viele Kritiker. So hatten die Wissenschaftler keinen Zugriff auf die Originalakten, sondern lediglich auf vorher handverlesene und bearbeitete Akten.

„Die Forscher hatten lediglich Zugriff auf von der Kirche handverlesene Akten, welche in mehreren Fällen eindeutig manipuliert waren.“

Missbrauchsstudie

„Namen von Opfern und Priestern wurde geschwärzt und einige Bistümer verweigerten sogar die Herausgabe der Akten.“

Missbrauchsstudie

Die Forscher der Studie fanden zudem in mehreren Fällen eindeutige Hinweise, dass die Akten manipuliert waren. Einige Bistümer verweigerten gar die Herausgabe der Akten.

Für die Untersuchung wurden keine Zeugen vernommen und keine Opfer angehört. Außerdem konnten die Wissenschaftler die Akten einzelnen Diözesen nicht zuordnen.

Generell wurden Namen von Opfern und Tätern geschwärzt, weshalb die Fallakten nicht einzelnen Diözesen und Priestern zugeordnet werden konnten.

Der Opferverband „Eckiger Tisch“ prangerte die Studie als viel zu oberflächlich an. Die tatsächliche Zahl der von sexuellem Missbrauch betroffenen Menschen bewege sich „in völlig anderen Dimensionen, als es die vorgelegten Zahlen suggerieren“.

Die Zahlen seien daher nicht aussagekräftig und die ermittelten Schätzgrößen von 1677 Tätern und 3677 Opfern sei lediglich eine untere Schätzgröße. Die Studie zeige also nicht mehr als die Spitze des Eisbergs und man müsse von einer viel höheren Dunkelziffer ausgehen.

Der Kriminologe Christian Pfeifer aus Hannover, der die Untersuchung eigentlich leiten sollte, verweigerte die Durchführung der Studie, da so keine wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen sei.

„Die tatsächliche Zahl der betroffenen Kindern und Jugendlichen bewegt sich in völlig anderen Dimensionen als die vorgelegten Zahlen suggerieren!“

Opferverband Eckiger Tisch

„Es handelt sich lediglich um die Spitze des Eisbergs.“

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Reaktionen der Kirche

Die Bischofskonferenz versprach bei der Veröffentlichung der Studie folgende Maßnahmen sofort umzusetzen und die Öffentlichkeit über den Stand zu informieren:

  • Diskussion über das Zölibat und die Sexualmoral in der katholischen Kirche
  • Zusammenarbeit mit Betroffenen und externen Fachleuten für Aufklärungsprozesse
  • Einrichtung externer unabhängige Anlaufstellen
  • Verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche Intervention und Prävention
  • Einführung eines Verfahrens zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leides
  • Unabhängige Aufarbeitung des Missbrauchsgeschehens bezüglich der institutionellen Verantwortung der Kirche

Bisher konnten keine Veränderungen in den kirchlichen Strukturen festgestellt werden, die die Gefahr erneuten Missbrauchs wesentlich verringern. Auch der Missbrauchsgipfel im Feburar 2019 blieb ohne konkrete Konsequenzen.

Genau deshalb muss der Handlungsdruck auf die Kirche erhöht werden, um Veränderungen anzustoßen und zukünftige Missbrauchsfälle zu vermeiden.

Die hohe Anzahl an Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen erfordert ein dringendes Handeln, um erneute Übergriffe zu vermeiden.

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Rolle des Bistum Regensburgs

Missbrauchstaten durch Kleriker haben im Bistum Regensburg Tradition. So wurden  mindestens 700 Schüler der Regensburger Domspatzen Opfer von Missbrauch oder körperlicher Gewalt.

Die Opfer beschrieben die Zeit bei den Domspatzen im Nachhinein als „Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager“.

Auch in den katholischen Kinderheimen wurden Kinder unter dem Motto „Wen Gott liebt, den züchtigt er“ Opfer massiver körperlicher Gewalt. Ein Opfer berichtete:

Die Doppelmoral sticht förmlich hervor.

„Die Schwester hat mir den Mund aufgedrückt oder mir solange ins Gesicht geschlagen bis ich ihn aufgemacht habe. Dann hat sie mir das Erbrochene hinein gestopft.

Heimkind und Opfer in Regensburg

Gerade wegen der vielen Missbrauchsfälle bei den Domspatzen und bei den „Prügelnonnen“ stünde das Bistum Regensburg in der  Verantwortung, sich die von der Bischofskonferenz versprochenen Maßnahmen aktiv zueigen zu machen, statt wie bisher nur „Imagepflege“ zu betreiben und die Gefahren herunterzuspielen, die von fehlgeleiteten Klerikern für Kinder und Jugendliche ausgehen.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ist trotz der Enthüllungen der festen Überzeugung, “ dass es derzeit in Deutschland keinen sichereren Ort für Kinder und Jugendliche gibt als im kirchlichen Kontext “ gibt. Zudem räumt er auch keinerlei Zugeständnisse bei der Ausbildung der Priester ein. Er versichert, dass die Ausbildung bereits die notwendigen psychologischen und menschlichen Gesichtspunkte berücksichtige.


 „Seit Jahren rennen ehemalige Domspatzen verzweifelt gegen eine Mauer des Schweigens an. Die Tatsache das den schlimmsten Missbrauchstätern aus dem Bistum noch heute in aller Öffentlichkeit gehuldigt wird, beeinflusst die Erinnerungskultur der Regensburger Domspatzen, des Stadtrates und der Freunde des Domchores sehr stark mit.“ 

Anerkanntes Opfer des Domspatzen Missbrauchs-Skandal

“ Wen Gott liebt, den züchtigt er.“

Züchtigungsmotto der Nonnen in katholischen Kinderheimen

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Unsere Forderungen für mehr Humanität

Als humanistische Organisation fordern wir das Bistum Regensburg auf die folgende Punkte umzusetzen, bzw. sich auch innerkirchlich für diese Forderungen zu positionieren:

„An Ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“


1. Johannes 2,1-6

  1. Jede Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung im kirchlichen Rahmen unverzüglich polizeilich anzuzeigen,
  2. die systematische Vertuschung des Missbrauchs zu beenden,
  3. die saubere wissenschaftliche Untersuchung durch ein externes Gremium mit Zugang zu allen Originalakten zu ermöglichen,
  4. eine Stiftung zugunsten der  im kirchlichen Zusammenhang Geschädigten zu gründen,
  5. die kirchliche Sexualmoral und -pädagogik an die wissenschaftliche Anthropologie anzupassen,
  6. wegen Sexualdelikten vorbestrafte Geistliche nur noch dort zu beschäftigen, wo sie keinen unkontrollierten Zugang zu schutzbedürftigen Gruppen besitzen,
  7. eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit potentiellen Ursachen von Missbrauch wie bspw. dem Zölibat.

Unterzeichnen Sie die Petition und helfen Sie uns, den öffentlichen Druck zu erhöhen. Jede Stimme zählt. Bitte teilen Sie diese Seite mit Ihren Freunden, Familien, Bekannten und Kollegen.

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